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Was regelt die DIN EN 50699 (VDE 0702)?

Die DIN EN 50699 (VDE 0702) beschreibt, wie elektrische Geräte während ihrer Gebrauchsdauer wiederkehrend geprüft werden: Besichtigen, Messen, Erproben, Bewerten und Dokumentieren. Sie gilt in der Ausgabe 2021-06 und hat zusammen mit der DIN EN 50678 (VDE 0701) für Prüfungen nach Reparatur die frühere DIN VDE 0701-0702 abgelöst.

Fachlich geprüft durch die FAM Gebäudedienste GmbH am

Laptopnetzteil, Kaffeemaschine, Kabeltrommel: Für die wiederkehrende Prüfung solcher Geräte ist die DIN EN 50699 (VDE 0702) die maßgebliche technische Norm. Sie beantwortet nicht die Frage, ob oder wie oft geprüft werden muss, sondern wie eine fachgerechte Prüfung abläuft und woran ihr Ergebnis gemessen wird.

Herausgeber und Rechtscharakter

Die Norm ist die deutsche Fassung der europäischen Norm EN 50699:2020 und trägt den Titel „Wiederholungsprüfung für elektrische Geräte“. Zuständig ist bei der DKE das Komitee K 211, das sich mit Prüfungen für die Instandhaltung elektrischer Betriebsmittel befasst. Als Norm mit VDE-Klassifikation ist sie zugleich VDE-Bestimmung.

Eine Norm ist kein Gesetz. Ihre Bedeutung erhält sie über die Vorschriften, die auf die anerkannten Regeln der Technik verweisen: Die DGUV Vorschrift 3 verlangt, bei Prüfungen die elektrotechnischen Regeln zu beachten, und meint damit VDE-Bestimmungen. Wer nach einem anderen Verfahren prüft, muss nachweisen können, dass es ebenso wirksam ist. Laut Einführungsbeitrag des Verlags ist die Norm außerdem ein geeignetes Mittel, die europäische Arbeitsmittelrichtlinie 2009/104/EG zu erfüllen.

Ausgabe, Vorgänger und Übergang

Gültig ist die Ausgabe 2021-06. Sie ersetzt zusammen mit der DIN EN 50678 (VDE 0701):2021-02 die frühere DIN VDE 0701-0702:2008-06, in der Prüfung nach Instandsetzung und Wiederholungsprüfung noch in einem Dokument standen. Die alte Norm wurde im Juni 2021 zurückgezogen; ihre Übergangsfrist lief laut VDE Verlag bis zum 21. September 2023 und ist abgelaufen.

Gegenüber dem Vorgänger nennt der Verlag unter anderem eine neue Berechnungsgrundlage für Leitungen mit größerem Querschnitt, eine jetzt normativ festgelegte Ableitstrommessung an isolierten Eingängen und den Bezug auf Prüfgeräte nach DIN EN 61557-16 (VDE 0413-16). Einen deutschen Entwurf für eine Neuausgabe gibt es zum Stand dieser Seite nicht.

Geltungsbereich

Erfasst sind elektrische Geräte mit einer Bemessungsspannung über 25 V Wechselspannung beziehungsweise 60 V Gleichspannung bis 1000 V Wechselspannung beziehungsweise 1500 V Gleichspannung, und zwar für die wiederkehrende Prüfung während ihrer Gebrauchsdauer. Das sind typischerweise die ortsveränderlichen Betriebsmittel eines Betriebs, einschließlich Verlängerungsleitungen und Mehrfachsteckdosen.

Ausgenommen sind Geräte, für die eigene Instandhaltungs- und Prüfregeln gelten, zum Beispiel aus den Bereichen Medizin, Bergbau, Lichtbogenschweißen, Explosionsschutz und Maschinensicherheit. Nicht Gegenstand ist außerdem die Prüfung nach einer Reparatur; dafür gilt die DIN EN 50678 (VDE 0701).

Wie eine Prüfung nach der Norm aufgebaut ist

Die DGUV Information 203-070 (Ausgabe April 2026), die die Methoden der Norm für Prüfpersonen aufbereitet, nennt als Prüfumfang:

  1. Besichtigen: Zustand von Gehäuse, Leitung, Stecker und Zugentlastung, Eignung für den Einsatzort. Die Sichtprüfung steht immer am Anfang, weil sich viele Mängel schon hier zeigen.
  2. Messen: je nach Schutzklasse Schutzleiterwiderstand, Isolationswiderstand, Schutzleiterstrom und Berührungsstrom. Für die Ableitströme kennt die Norm eine direkte Methode, eine Differenzstrommethode und eine alternative Methode; welche passt, hängt vom Gerät und der Messsituation ab.
  3. Erproben: eine Funktionsprobe, soweit sie für die Sicherheit nötig ist.
  4. Bewerten, Termin festlegen, Dokumentieren: Das Ergebnis wird beurteilt, der nächste Prüftermin vorgegeben und alles schriftlich festgehalten.

Die zulässigen Grenzwerte stehen in der Norm selbst und richten sich nach Schutzklasse, Gerätebauart und Messverfahren. Sie werden hier bewusst nicht wiedergegeben.

Abgrenzung zu den Nachbarnormen

Norm Anlass Gegenstand
DIN EN 50699 (VDE 0702) wiederkehrende Prüfung elektrische Geräte im Gebrauch
DIN EN 50678 (VDE 0701) nach Reparatur Elektrogeräte nach der Instandsetzung
DIN EN 62353 (VDE 0751-1) wiederkehrend und nach Instandsetzung medizinische elektrische Geräte und Systeme
DIN EN 60204-1 (VDE 0113-1) Herstellung, Errichtung elektrische Ausrüstung von Maschinen
DIN VDE 0105-100 wiederkehrende Prüfung ortsfeste elektrische Anlagen

Für Medizingeräte gilt die DIN EN 62353 (VDE 0751-1), für Maschinen die DIN EN 60204-1 (VDE 0113-1) und für die feste Installation die DIN VDE 0105-100.

Was die Norm nicht regelt

Wie oft ein Gerät geprüft wird und wer prüfen darf, ergibt sich nicht aus der Norm, sondern aus dem Arbeitsschutz: Die Betriebssicherheitsverordnung verlangt eine Gefährdungsbeurteilung und eine befähigte Person, die DGUV Vorschrift 3 nennt in ihren Durchführungsanweisungen Richtwerte und die Fehlerquote als Maßstab.

Bedeutung für Unternehmen

Wer Geräte prüfen lässt, sollte darauf achten, dass Protokolle die heutige Norm nennen und nicht mehr die DIN VDE 0701-0702. Ebenso wichtig ist ein Prüfgerät, das die Messverfahren der Norm beherrscht, und eine Dokumentation mit Messwerten, damit Veränderungen über mehrere Prüfungen sichtbar werden. Wie die FAM Geräte nach dieser Norm prüft, steht auf der Seite Prüfung ortsveränderlicher Betriebsmittel.

Häufige Fragen

Gilt die DIN VDE 0701-0702 noch?

Nein. Sie ist seit Juni 2021 zurückgezogen. Laut VDE Verlag endete die Übergangsfrist am 21. September 2023; seitdem richtet sich die Wiederholungsprüfung nach der DIN EN 50699 (VDE 0702) und die Prüfung nach einer Reparatur nach der DIN EN 50678 (VDE 0701).

Schreibt die DIN EN 50699 vor, wie oft Geräte geprüft werden?

Nein. Die Norm beschreibt, wie geprüft wird. Wie oft, legt der Unternehmer in der Gefährdungsbeurteilung fest; Orientierung geben die Richtwerte in den Durchführungsanweisungen zur DGUV Vorschrift 3 und die Fehlerquote aus früheren Prüfungen.

Gilt die Norm auch für Medizingeräte?

Nein. Für medizinische elektrische Geräte gibt es eine eigene Prüfnorm, die DIN EN 62353 (VDE 0751-1). Auch Geräte aus Bereichen wie Lichtbogenschweißen, Explosionsschutz oder Maschinensicherheit sind ausgenommen, weil dort eigene Regeln gelten.

Warum stehen hier keine Grenzwerte?

Die Grenzwerte sind Teil des urheberrechtlich geschützten Normtextes und hängen von Schutzklasse, Bauart und Messverfahren ab. Wer prüft, arbeitet mit der gültigen Norm und einem Prüfgerät, das die Werte richtig zuordnet.